Dr.med.vet. Karina Obermowe & Bianca Eickmann GbR
Oststraße 23 Herford Herringhausen
Im Sommer lauert beim Spaziergang eine unscheinbare Gefahr: Grannen. Die spitzen Pflanzenteile können sich im Fell festsetzen, in die Haut eindringen oder in Ohren, Nase und Augen gelangen.
Besonders aufmerksam solltest Du sein, wenn Du mit Deinem Hund an Feldwegen rund um Herringhausen, Diebrock, Eickum und Elverdissen unterwegs bist. Auch entlang der Werre zwischen Herford und Bad Salzuflen führen viele Wege durch Wiesen, Felder und Bereiche mit hohem Gras. Dort können reife und trockene Grannen leicht am Fell hängen bleiben.
Auf gepflegten, regelmäßig gemähten Wegen – beispielsweise auf weiten Teilen des Herforder Walls – ist das Risiko meist geringer. Ganz ausschließen lässt es sich jedoch auch dort nicht. Bereits ein schmaler Streifen mit hohem, trockenem Gras am Wegesrand kann ausreichen.
Grannen sind feste, spitze Bestandteile der Ähren verschiedener Gräser und Getreidearten. Sie schützen ursprünglich die Samen der Pflanze und unterstützen deren Verbreitung.
Für Hunde werden sie durch ihre Form problematisch: Viele Grannen besitzen sehr feine, rückwärts gerichtete Widerhaken. Dadurch können sie sich im Fell festsetzen und bei jeder Bewegung weiter in Richtung Haut wandern. Sind sie erst einmal in die Haut oder eine Körperöffnung eingedrungen, bewegen sie sich meist nur noch vorwärts.
Besonders häufig treten Probleme in den warmen und trockenen Sommermonaten auf. Dann brechen die reifen Pflanzenteile leicht ab und bleiben beim Vorbeilaufen am Hund hängen.
Grundsätzlich können Grannen überall am Körper hängen bleiben. Besonders gefährdet sind jedoch Körperstellen, an denen die Haut dünn ist, das Fell dichter wächst oder kleine natürliche Öffnungen vorhanden sind.
Der Zwischenzehenbereich gehört zu den häufigsten Fundstellen. Eine Granne kann sich zunächst unbemerkt im Fell festsetzen und anschließend in die Haut eindringen. Dort verursacht sie Schmerzen, Schwellungen und Entzündungen. Später können sich Abszesse oder Fistelgänge bilden.
Hunde mit hängenden oder stark behaarten Ohren sind besonders gefährdet. Eine Granne kann in den Gehörgang gelangen und dort durch Kopfschütteln immer tiefer hineingeschoben werden.
Beim intensiven Schnüffeln am Wegesrand kann ein Hund eine Granne einatmen. Sie ist anschließend von außen meist nicht mehr sichtbar und kann tief in die Nasenhöhle eindringen.
Grannen können unter die Augenlider geraten oder sich in der Bindehaut festsetzen. Durch ihre harte Spitze können sie die Hornhaut verletzen.
Auch in dicht behaarten oder schlecht einsehbaren Körperregionen können Grannen hängen bleiben und sich in die Haut bohren. Bei langhaarigen Hunden werden sie dort häufig erst bemerkt, wenn bereits eine Entzündung entstanden ist.
Seltener können Grannen beim Schnüffeln, Spielen oder Fressen aufgenommen werden. Sie können sich im Maul, im Rachen oder in den tieferen Atemwegen festsetzen.
Die Beschwerden hängen davon ab, an welcher Körperstelle sich die Granne befindet. Typisch ist, dass die Symptome plötzlich nach einem Spaziergang auftreten.
Achte auf:
Eine eingedrungene Granne ist von außen nicht immer sichtbar. Manchmal schließt sich die Eintrittsstelle, während der Fremdkörper unter der Haut verbleibt.
Mögliche Warnzeichen sind:
Meist ist nur eine Seite betroffen. Der Hund beginnt oft unmittelbar nach dem Spaziergang auffällig mit dem Kopf zu schlagen.
Typisch sind:
Ein einzelnes Niesen ist noch kein Beweis für eine Granne. Treten jedoch unmittelbar nach dem Schnüffeln im hohen Gras starke Niesattacken auf, sollte ein Fremdkörper in Betracht gezogen werden.
Mögliche Symptome sind:
Bei Beschwerden am Auge solltest Du nicht abwarten. Durch Reiben und Blinzeln kann eine Granne zusätzliche Verletzungen verursachen.
Hinweise können sein:
Bitte vereinbare kurzfristig einen Termin, wenn Dein Hund nach einem Spaziergang plötzlich:
Bei Atemnot, starken Schmerzen, einer Augenverletzung oder einer deutlichen Verschlechterung des Allgemeinzustandes handelt es sich um einen dringenden Notfall.
Je früher eine Granne erkannt wird, desto leichter lässt sie sich häufig entfernen. Wartet man zu lange, kann sie tiefer in das Gewebe eindringen. Dann sind unter Umständen eine Sedierung, eine endoskopische Untersuchung oder ein operativer Eingriff erforderlich.
Nach Spaziergängen durch Wiesen, Felder oder hohes Gras solltest Du Deinen Hund kurz absuchen. Das gilt besonders für Wege rund um Herringhausen, Diebrock, Eickum, Elverdissen und entlang der Werre.
Kontrolliere insbesondere:
Lose Grannen, die lediglich oberflächlich im Fell hängen, kannst Du vorsichtig entfernen. Hat sich eine Spitze bereits in die Haut gebohrt, ist Vorsicht erforderlich.
Eine gut sichtbare, oberflächlich im Fell liegende Granne darf vorsichtig entfernt werden. Sobald sie jedoch in die Haut, das Ohr, die Nase oder das Auge eingedrungen ist, solltest Du nicht selbst daran ziehen.
Dabei bestehen mehrere Risiken:
Besonders im Ohr solltest Du niemals mit Pinzette oder Wattestäbchen arbeiten. Ein Hund mit Schmerzen kann den Kopf plötzlich bewegen. Dadurch können schwere Verletzungen des Gehörgangs oder des Trommelfells entstehen.
Auch bei einer vermuteten Granne in der Nase oder am Auge sind eigene Entfernungsversuche nicht sinnvoll. Diese Bereiche müssen gezielt untersucht werden.
Nicht jedes Niesen und nicht jedes Lecken an der Pfote wird durch eine Granne verursacht. Nach einem Spaziergang durch hohes, trockenes Gras sollte die Möglichkeit jedoch bedacht werden.
Je schneller ein Fremdkörper gefunden und vollständig entfernt wird, desto geringer ist das Risiko von Entzündungen, Abszessen und aufwendigeren Eingriffen.
Hast Du den Verdacht, dass Dein Hund eine Granne in der Pfote, im Ohr, in der Nase oder am Auge hat, melde Dich möglichst zeitnah bei uns.
Deine Haustierpraxis in Herford-Herringhausen
Oststraße 23
Telefon: 05221 342220
Die genannten medizinischen Warnzeichen und typischen Fundstellen entsprechen tiermedizinischen Empfehlungen; besonders häufig betroffen sind Pfoten, Ohren, Nase, Augen, Achseln und Leisten.