Dr.med.vet. Karina Obermowe & Bianca Eickmann GbR
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Durchfall beim Hund – wann solltest Du zum Tierarzt?

Wenn Dein Hund plötzlich Durchfall bekommt, ist die Sorge oft groß. Nicht jeder Durchfall ist jedoch ein Notfall. Häufig steckt nur eine kurzfristige Magen-Darm-Reizung dahinter, manchmal kann aber auch eine ernsthafte Erkrankung die Ursache sein.

Gerade nach Spaziergängen an der Werre, im Stadtwald Herford, rund um Bad Salzuflen, Hiddenhausen oder Bünde nehmen Hunde immer wieder Dinge auf, die ihren Magen-Darm-Trakt belasten. Auch Futterumstellungen, Parasiten oder Infektionen können Durchfall auslösen.

Hier erfährst Du, wann Du zunächst beobachten kannst und wann Dein Hund möglichst zeitnah tierärztlich untersucht werden sollte.

Was versteht man unter Durchfall?

Durchfall bedeutet, dass der Kot häufiger als gewöhnlich und deutlich weicher oder sogar flüssig ausgeschieden wird. Manche Hunde setzen zusätzlich Schleim oder Blut ab oder müssen sehr häufig Kot absetzen.

Ein einmaliger weicher Kotabsatz ist meist noch kein Grund zur Sorge. Hält der Durchfall jedoch an oder verschlechtert sich der Allgemeinzustand, sollte die Ursache abgeklärt werden.

Bild von einem Hund mit Durchfall. Der Halter hat einen Kotbeutel in der Hand.

Häufige Ursachen für Durchfall

Die Auslöser sind sehr unterschiedlich:

  • verdorbenes oder ungewohntes Futter
  • Futterwechsel
  • zu viele Leckerchen
  • Aufnahme von Abfällen oder Aas
  • Parasiten (z. B. Giardien oder Würmer)
  • bakterielle oder virale Infektionen
  • Stress
  • Futtermittelunverträglichkeiten
  • Erkrankungen von Leber, Bauchspeicheldrüse oder Darm
  • Vergiftungen

Gerade junge Hunde sind häufig betroffen, weil sie unterwegs nahezu alles ausprobieren.

Diese Warnzeichen solltest Du ernst nehmen

Ein Tierarztbesuch sollte nicht unnötig hinausgezögert werden, wenn:

  • der Durchfall länger als 24 Stunden anhält
  • Blut im Kot sichtbar ist
  • zusätzlich Erbrechen auftritt
  • Dein Hund matt oder apathisch wirkt
  • er nichts mehr trinken möchte
  • Fieber besteht
  • starke Bauchschmerzen auftreten
  • Welpen oder sehr alte Hunde betroffen sind

Durch den Flüssigkeitsverlust kann besonders bei kleinen oder jungen Hunden schnell eine Austrocknung entstehen.

Merkkasten:

Sofort zum Tierarzt bei:

  • Blut im Kot
  • Welpen
  • Erbrechen und Durchfall gleichzeitig
  • Apathie
  • Verdacht auf Vergiftung
  • Keine Wasseraufnahme

Was kannst Du zu Hause tun?

Bis zum Tierarzttermin kannst Du Deinem Hund helfen:

  • ausreichend frisches Wasser anbieten
  • körperliche Ruhe
  • keine Leckerchen oder Kauartikel
  • bei erwachsenen Hunden kann eine kurze Futterpause sinnvoll sein (je nach Allgemeinzustand)
  • anschließend leicht verdauliches Futter in kleinen Portionen

Wichtig ist, dass Dein Hund weiterhin trinkt.

Was solltest Du vermeiden?

Verzichte darauf,

  • Medikamente aus der Humanmedizin zu geben,
  • Antibiotika ohne tierärztliche Anweisung einzusetzen,
  • Durchfall über mehrere Tage „auszusitzen“,
  • stark gewürzte oder fettreiche Nahrung anzubieten.

Auch scheinbar harmlose Hausmittel können die Ursache verschleiern oder den Darm zusätzlich belasten.


Wann handelt es sich um einen Notfall?

Ein sofortiger Besuch beim Tierarzt ist sinnvoll, wenn:

  • Dein Hund blutigen Durchfall hat,
  • gleichzeitig ständig erbricht,
  • nicht mehr trinken kann,
  • bewusstseinsgestört wirkt,
  • ein Fremdkörper oder Gift aufgenommen wurde,
  • Welpen betroffen sind.

Hier zählt häufig jede Stunde.

Hinweise zur Kotprobe

Menge: Etwa 10 bis 20 Gramm (ein bis zwei Teelöffel) reichen in der Regel aus.

Frische: Bei akutem Durchfall sollte die Probe möglichst frisch sein und idealerweise innerhalb der letzten 2 bis 6 Stunden gewonnen worden sein.

Aufbewahrung: Bewahre die Kotprobe bis zum Termin gut verschlossen und kühl (ca. 4–8 °C) im Kühlschrank auf. Bitte nicht einfrieren.

Sammelprobe: Bei Verdacht auf Parasiten oder chronischem Durchfall kann eine Sammelprobe aus Kot von drei aufeinanderfolgenden Tagen sinnvoll sein. Bei plötzlich aufgetretenem Durchfall genügt zunächst meist eine frische Einzelprobe.

Behälter: Ein sauberer, gut verschließbarer Kotprobenbehälter aus der Apotheke ist ideal. Alternativ eignet sich auch ein sauberer Gefrierbeutel oder ein dicht schließendes Schraubglas.

Wie finden wir die Ursache?

In unserer Praxis untersuchen wir zunächst den Allgemeinzustand Deines Hundes.

Je nach Befund können notwendig sein:

  • gründliche klinische Untersuchung
  • Kotuntersuchung auf Parasiten
  • Blutuntersuchung
  • Ultraschall
  • Röntgen
  • weitere Diagnostik

Die Behandlung richtet sich immer nach der tatsächlichen Ursache.

Bianca Eickmann von Deine Haustierpraxis in Herford im Labor

Unser Rat für Hundehalter aus Herford und Umgebung

Ob nach einem Spaziergang an der Werre, im Stadtwald oder nach einem Ausflug nach Bad Salzuflen, Hiddenhausen oder Bünde: Beobachte Deinen Hund aufmerksam, wenn er plötzlich Durchfall entwickelt.

Viele Fälle sind gut behandelbar, wenn die Ursache früh erkannt wird. Wartest Du dagegen zu lange, kann insbesondere der Flüssigkeitsverlust schnell zum Problem werden.

Wenn Du unsicher bist, ruf lieber einmal mehr als einmal zu wenig an. Gemeinsam können wir einschätzen, ob eine Untersuchung sofort erforderlich ist oder ob zunächst eine Beobachtung ausreicht.

Deine Haustierpraxis ist für Dich da.

Häufige Fragen zu Durchfall beim Hund

Wie lange darf ein Hund Durchfall haben?

Ein einmaliger weicher Kot ist meist unproblematisch. Hält der Durchfall länger als 24 Stunden an oder verschlechtert sich der Allgemeinzustand, sollte Dein Hund tierärztlich untersucht werden.

Darf mein Hund bei Durchfall noch fressen?

Das hängt von Alter und Allgemeinzustand ab. Welpen sollten niemals längere Zeit fasten. Bei erwachsenen Hunden kann kurzfristig eine Futterpause sinnvoll sein. Anschließend empfiehlt sich leicht verdauliches Futter in kleinen Portionen.

Wann ist Durchfall beim Hund ein Notfall?

Ein Notfall liegt insbesondere vor, wenn zusätzlich Erbrechen, Blut im Kot, starke Mattigkeit, Fieber oder eine verweigerte Wasseraufnahme auftreten. Auch Welpen sollten frühzeitig untersucht werden.

Kann ich meinem Hund Medikamente aus der Hausapotheke geben?

Nein. Viele Medikamente für Menschen sind für Hunde ungeeignet oder sogar gefährlich. Gib Deinem Hund nur Medikamente, die tierärztlich empfohlen wurden.

Kann Stress Durchfall verursachen?

Ja. Manche Hunde reagieren auf Reisen, Tierpensionen, Silvester oder andere Belastungen mit kurzfristigem Durchfall. Halten die Beschwerden an oder kommen weitere Symptome hinzu, sollte die Ursache tierärztlich abgeklärt werden.

Muss immer eine Kotprobe untersucht werden?

Nicht unbedingt. Ob eine Kotuntersuchung sinnvoll ist, hängt von Alter, Symptomen und Krankheitsverlauf ab. Bei Verdacht auf Parasiten oder wiederkehrendem Durchfall liefert sie jedoch oft wichtige Hinweise.

Wann sollte ich in Deine Haustierpraxis kommen?

Wenn Du unsicher bist oder Dein Hund Blut im Kot hat, apathisch wirkt, zusätzlich erbricht oder der Durchfall länger anhält, solltest Du ihn untersuchen lassen. Viele Erkrankungen lassen sich deutlich besser behandeln, wenn sie früh erkannt werden.